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Dumas , Alexandre
eigentlich Alexandre Davy de la Pailleterie
Geburtsdatum: 24. Juli 1802
Geburtsort: Villers-Cotterêts (Aisne (02)
Sterbedatum: 5. Dezember 1870
Sterbeort: bei Dieppe (Seine-Maritime (76)
Dieser wohl jedem Franzosen bekannte Autor ist geboren in der o.g. Kleinstadt nordöstlich von Paris als Sohn einer dort heimischen Hotelierstochter und eines Kreolen aus Saint-Domingue (heute Haïti), der es vom unehelichen Sohn eines Marquis Davy de la Pailleterie und der Negersklavin Marie Dumas bis zum General der Revolutionsarmeen gebracht hatte, ehe er 1799 bei Napoleon in Ungnade gefallen und 1806 gestorben war.
Schon früh versucht sich Dumas zusammen mit einem Freund im Stückeschreiben und geht 1822 nach Paris, wo er dank seiner schönen Handschrift und der Vermittlung eines Generalskollegen seines Vaters einen Posten im Büro des Duc d'Orléans erhält, des späteren "Bürgerkönigs" Louis-Philippe.
1825 verdient er sein erstes Schriftstellerhonorar als Co-Autor eines Vaudevilles. Spätestens seit 1828 hat er Zugang zum Salon des Autors Charles Nodier, wo er sich dem Kreis der Romantiker um Victor Hugo anschließt.
Ein erstes historisches Stück (um Königin Christina von Schweden) wird zwar angenommen, aber nicht aufgeführt. Bekannt wird Dumas dann 1829 durch den Erfolg seines als erstes spielbares romantisches Drama geltenden historischen Stücks Henri III et sa cour. Diesem lässt er zahlreiche weitere historische und andere Stücke folgen, die er mehr und mehr wieder in Zusammenarbeit mit Co-Autoren verfasst, darunter 1837 und 39 auch mit Gérard de Nerval. Eher autobiografisch sind die Stücke Antony (1831), das um das ihm sehr vertraute Skandalthema Ehebruch kreist, und das erfolgreiche Kean, ou Désordre et génie (1836), wo sich Dumas in die Figur jenes berühmten exzentrischen englischen Schauspielers hineinprojiziert.
Wirklich populär wird er nach 1840, wo er in Zusammenarbeit mit dem heute unbekannten jungen Autor Auguste Maquet (1813-1888) und dann mehr und mehr in Serienproduktion mit weiteren Angestellten ("nègres") beginnt, spannende Abenteuerromane herzustellen (insgesamt ca. 600 Bde.!), die i.d.R. zuerst im Feuilleton von Zeitungen erscheinen, bevor sie als Bücher gedruckt und z.T. anschließend für die Bühne adaptiert (und im 20. Jh. verfilmt) werden.
Ein Markenzeichen der Dumas'schen Romane ist das Hineinstellen fiktiver oder pseudohistorischer Protagonisten (z.B. des "mousquétaire" d'Artagnan) und ihrer fiktiven Abenteuer in einen Kontext historischer Ereignisse (z.B. die Belagerung von La Rochelle 1627/28) und historischer Personen (z.B. Richelieu).
Die bekanntesten, immer wieder aufgelegten und vor allem wohl von Jugendlichen gelesenen Romane sind: Les Trois mousquétaires (1843), Vingt ans après (1845), La reine Margot (1845), Le comte de Monte-Cristo (1845-46) und Le collier de la reine (1848-50). Die neben den Romanen auch weiterhin regelmäßig mit Co-Autoren produzierten Stücke sind praktisch allesamt vergessen.
Über seiner Schriftstellerei verzichtete Dumas übrigens nie darauf, seine offenbar enorme Vitalität in vielerlei politischen, mondänen, unternehmerischen, organisatorischen und intimen Aktivitäten auszuleben, so sehr, dass er trotz seiner beachtlichen Einkünfte oft in Schulden steckte, denen er sich z.T. durch längere Auslandsaufenthalte oder Reisen zu entziehen versuchte, darunter 1851-53 nach Belgien, 1858/59 nach Russland oder 1860-64 nach Italien, wo er sich im Umkreis des Italien-Einigers Giuseppe Garibaldi bewegte.
Selbstverständlich verstand er es anschließend jeweils, diese Reisen in Reportagen zu verarbeiten, die damals von den Zeitschriften und Zeitungen sowie auch von den Buchverlegern gut bezahlt wurden. Seine bewegte Biografie vermarktete er ebenfalls, nämlich in den vielbändigen Mémoires (1852-54 in Brüssel publiziert).
Nachdem er schon des öfteren von Neidern als Literaturfabrikant ohne eigene schöpferische Leistung geschmäht worden war (was sicherlich ungerecht ist) und 1857/58 von seinem kreativsten Co-Autor Maquet auf Beteiligung an den Namensrechten verklagt worden war, geriet Dumas in seinen letzten Lebensjahren etwas ins Abseits des Literaturbetriebs, wenn nicht in Vergessenheit. Zu seiner Renaissance im 20. Jh. trugen zweifellos die zahlreichen Kino- und Fernsehfilme bei, die nach seinen Stücken und Romanen gedreht wurden.
Sein unehelicher, aus einem seiner vielen Verhältnisse stammender Sohn Alexandre Dumas "fils" (1824-1895) tritt zumindest literarisch in die Fußstapfen des Vaters. Er debütiert 1848 mit dem sehr erfolgreichen Roman La Dame aux camélias, den er 1852 zu einem ebenso erfolgreichen Stück verarbeitet (das 1853 von Verdi als La Traviata zur Oper vertont wird). Hiernach wendet sich Dumas fils ganz dem Theater zu und wird einer der bekanntesten Dramatiker der 1850er und 60er Jahre, wo er die Unterhaltungsbedürfnisse der aufstrebenden Bourgeoisie des 2. Kaiserreichs von Napoléon III befriedigen hilft.
nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
Werke:
Les Trois Mousquetaires, 1844
Vingt Ans après, 1845
La Reine Margot, 1845
La Dame de Monsoreau, 1846
Le Comte de Monte-Cristo, 1848
Les Quarante-Cinq, 1848
Le Vicomte de Bragelonne, 1850 Autor: Admin on 10/12/03
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