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Boileau, Nicolas
Geburtsdatum: 1. November 1636
Geburtsort: Paris
Sterbedatum: 13. März 1711
Sterbeort: Paris
Dieser mehr gewohnheitsmäßig als begeistert zu den Klassikern gerechnete Autor ist geboren als fünfzehntes Kind des reichen bürgerlichen Juristen Gilles Boileau, nimmt aber später den adelig klingenden Namen Boileau-Despréaux an. Er verliert sehr früh seine Mutter und ist ein kränkliches Kind. Noch während seiner Schulzeit bei den Jesuiten im Collège d'Harcourt lässt er sich tonsurieren. Nach kurzen Theologiestudien lernt er jedoch lieber Recht bei einem Verwandten und erhält die Zulassung als Anwalt. 1657 stirbt sein Vater, Boileau erbt einen hübschen Vermögensanteil und muss nie mehr berufstätig sein. Er beginnt zu reimen und macht sich rasch einen Namen als geistreicher und bissiger Satiriker, der seine Texte jedoch lange Zeit nicht drucken lässt, sondern effektvoll in den Pariser Salons vorträgt, die sich ihm Zug um Zug öffnen. Hierbei lernt er alle bedeutenden Literaten der Zeit kennen und schließt Freundschaft mit Molière und Racine. 1669 darf er auch Ludwig XIV. vortragen und erhält hinfort die hübsche Pension von 2000 livres. Seine satirischen Attacken gegen verschiedene Autoren der Zeit führen ihn zu grundsätzlichen Überlegungen. Hieraus geht 1669-1674 eine Poetik hervor: L'Art poétique. Boileau definiert darin die Rolle und Aufgabe des Autors, kodifiziert die diversen lyrischen und dramatischen Genera (letztere etwa im Sinne Racines und Molières) sowie das Epos; der Roman kommt nicht vor. Boileau hat Glück mit seinem Art poétique: Dank des langandauernden Erfolgs der Autoren, aus deren Dichtungspraxis er seine Regeln ableitet, wird sein Werk auch selbst zu einem maßgebenden, klassischen Text. Ebenfalls 1674 veröffentlicht er eine Art bürgerliches Epos, Le Lutrin (Das Lesepult) sowie Versepisteln (Epîtres) über unterschiedliche Themen. 1676 wird er zusammen mit dem befreundeten Racine zum Historiographe du roi ernannt und verwaltet, kaum mehr schreibend, geschickt seinen Ruhm. 1683 wird er académicien, nicht ohne Druck von Ludwig XIV. auf die Académie française. 1687, bei der dort ausgelösten Querelle des Anciens et des Modernes, steht er auf seiten der Anciens und attackiert Perrault, den Auslöser der Querelle und Wortführer der Modernes. Nachdem er sich, ähnlich wie Racine, in den späten 80er und den 90er Jahren erst heimlich und dann offen dem Jansenismus angenähert hat, fällt er beim König in Ungnade und wird von den Jesuiten schikaniert. Er stirbt 1711 verbittert, einige Jahre vor seinem Ex-Protektor und ungefähren Altersgenossen Ludwig XIV. (1638-1715).
nach: Prof. Gert Pinkernell,
Französische Literatur
Air
Voici les lieux charmants où mon âme ravie
Passait à contempler Silvie
Les tranquilles moments si doucement perdus.
Que je l'aimais alors! Que je la trouvais belle!
Mon coeur, vous soupirez au nom de l'Infidèle:
Avez-vous oublié que vous ne l'aimez plus?
C'est ici que souvent, errant dans les prairies,
Ma main, des fleurs les plus chéries
Lui faisait des présents si tendrement reçus.
Que je l'aimais alors! Que je la trouvais belle!
Mon coeur, vous soupirez au nom de l'Infidèle:
Avez-vous oublié que vous ne l'aimez plus? Autor: Admin on 10/11/03
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